Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verdoppelte sich in 2010 die Anzahl der Schäden durch Naturgewalten in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr. Für insgesamt 1,3 Millionen derartige Ereignisse mussten die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer dafür insgesamt 1,5 Milliarden Euro für Sturm-, Hochwasser- und Starkregenschäden zahlen.
Auch für 2011 wird mit ähnlichen Schadenszahlungen gerechnet. Wie der GDV mitteilte, gewinnen zunehmend auch regionale Wetterereignisse an Bedeutung.
Nach Aussagen von Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung, haben zahlreiche Unwetter, insbesondere die schweren Hagelereignisse in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz, in 2011 auf wenigen Quadratkilometern insgesamt über 500 Millionen Euro Schaden verursacht. „Der Klimawandel ist längst vor unserer Haustür angekommen“, so von Fürstenwerth.
Auch in Zukunft ist entsprechend einer aktuellen GDV-Klimastudie damit zu rechnen, dass zerstörerische Unwetter künftig zunehmen werden. Experten gehen davon aus, dass extreme Hochwasserereignisse, die bisher rund alle 50 Jahre wiederkehrten, zukünftig alle 25 Jahre auftreten können. Künftig werden vor allem ergiebigere Niederschläge erwartet, sodass langfristig gerade in den Sommermonaten mit einer Verschärfung der Hochwassersituation gerechnet werden muss.
Experten rechnen zudem mit öfter auftretenden einzelnen, extremen Sturmereignissen, die deutlich größere Schäden an Gebäuden verursachen als bisher. Die deutschen Versicherer wollen sich angesichts der weniger erfreulichen Aussichten nach eigenen Angaben zukünftig verstärkt um Aufklärung bemühen. Neben aktiven Maßnahmen zur Schadenprävention soll hierbei vor allem der Versicherungsschutz durch Naturgefahren im Mittelpunkt stehen.
Allerdings sind nach Angaben des GDV in Deutschland bisher 70 Prozent der Hausbesitzer nicht umfassend gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Überschwemmung und Sturzfluten, versichert.
„Fast jeder Hausbesitzer ist zwar über die Wohngebäudeversicherung vor Sturm- und Hagelrisiken geschützt“, so von Fürstenwerth. Auch haben viele eine Hausratversicherung. Allerdings sind nicht alle Risiken, wie Starkregen, Schneelast und -lawinen oder Erdrutsche, die durch Unwetter verursacht werden, standardmäßig in einer Gebäude- oder Hausratpolice versichert.
Die meisten können aber auch diese sogenannten Elementarrisiken in ihren bestehenden Wohngebäude- und Haushalts-Policen gegen einen kleinen Aufschlag mitversichern. Der Abschluss einer gesonderten Elementarschaden-Versicherung ist ebenfalls möglich.
„Eine Elementarschaden-Versicherung, die greift, wenn etwa Überschwemmungen oder Starkregenereignisse Keller überfluten, besitzt nur eine Minderheit“, betont der Vorsitzende der GDV-Hauptgeschäftsführung. Wer sichergehen will, dass sein Hab und Gut auch gegen Schäden durch Unwetter und Naturkatastrophen umfassend abgesichert ist, sollte einen Versicherungsexperten entsprechend zurate ziehen. (verpd)