Freitag, der 30. Juli 2010 um 12:18 Uhr
« zurück | Artikel vom: 28.02.2008

Zeckenbiss mit Folgen: Allianz Unfallversicherung zahlt

Borreliose - ein tückische, über Zeckenbisse übertragene Erkrankung, die zu Invalidität führen kann. 49 Prozent der Deutschen wissen über das Risiko Bescheid, wie die Allianz in einer Umfrage herausfand. Als einer von wenigen Anbietern bietet sie Schutz vor den finanziellen Folgen.

Anders als häufig gedacht, lauern Zecken nicht auf Bäumen, sondern in Gräsern und im Unterholz

Viren verursachen beispielsweise Hirnhautentzündung (FSME). Gegen diese gefürchete Erkrankung kann man sich allerdings impfen lassen. Über Bakterien, gegen die es keinen vorbeugenden Schutz gibt, wird dagegen die tückische Krankheit Borreliose übertragen.

Borreliose-Risiko wird zunehmend wahrgenommen

Die Borreliose tritt immer deutlicher ins Bewusstsein: In einer aktuellen repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der Allianz wusste immerhin bereits die Hälfte der Befragten (49 Prozent), dass die Krankheit Folge eines Zeckenbisses sein kann.

Insgesamt wissen die Bundesbürger mittlerweile recht gut über Zecken Bescheid: 84 Prozent gaben in der Allianz Umfrage an, dass Zecken auf Gräsern leben, 70 Prozent antworteten "in Sträuchern". Doch wähnt mehr als ein Drittel der Deutschen (37 Prozent) die Blutsauger immer noch auf dem Baum. Aber Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen. Dort halten sie sich gar nicht auf, da sie auf einen feuchten Untergrund angewiesen sind.

Weite Teile Süd- und Westdeutschlands stuft das Robert Koch Institut als FSME-Risikogebiete ein

Dass das Borreliose-Risiko zunehmend wahrgenommen wird, ist eine positive Entwicklung. Denn je schneller die Erkrankung entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen durch Antibiotika. Wie der Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. (BFBD) berichtet, erkranken in der Bundesrepublik rund 60.000 Menschen im Jahr an Borreliose.

Bei einem schweren Krankheitsverlauf besteht die Gefahr der Invalidität: Die chronische Borreliose kann zu degenerativen Zerstörungen von betroffenen Organen mit bleibenden Schäden führen. Mittlerweile gibt es mehrere Hunderttausend chronische Fälle. Übrigens: Der Allianz Umfrage zufolge glauben 16 Prozent der Deutschen, dass die Folgen eines Zeckenbisses durch eine Unfallversicherung abgedeckt sind. Bei den 14- bis 29-Jährigen meinen dies sogar 28 Prozent.

Allianz erweitert Versicherungsumfang

Doch normalerweise werden Infektionen nicht als Unfall eingestuft. Die Allianz hat als einer von wenigen Versicherern in Deutschland ihre Leistungen in der Unfallversicherung erweitert: "Aufgrund des steigenden Invaliditäts-Risikos bei Borreliose zahlt die Allianz jetzt auch bei Infektion durch einen Zeckenbiss", erläutert Karl-Walter Gutberlet, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG.

Da Borreliose auch noch Jahre nach einem Zeckenbiss – dem eigentlichen Unfallereignis – auftreten kann, hat die Allianz in diesem Fall den Beginn der Frist, innerhalb der die Invalidität festgestellt werden muss, verschoben: Diese Frist beginnt bei der Allianz Unfallversicherung nicht wie üblich mit dem Unfallereignis, sondern mit der erstmaligen Diagnose der Infektion durch einen Arzt.

Unfallversicherung schon ab monatlich zehn Euro

Eine private Unfallversicherung schützt gegen die wirtschaftlichen Folgen bei Invalidität durch einen Unfall. Beispielsweise durch den barrierefreien Umbau des Hauses können hohe Kosten auf einen zukommen. Eine Unfallversicherung mit sinnvollem Schutz gibt es bereits ab zehn Euro pro Monat. Für Kinder - die durch Zecken besonders gefährdet sind, spielen sie doch gern in deren bevorzugten Lebensräumen und laufen durch Gräser und Büsche - kostet sie sogar nur die Hälfte.

Eine Unfallversicherung leistet eine Kapitalzahlung sowie ab einem bestimmten Invaliditätsgrad eine lebenslange Unfallrente. Im schlimmsten Fall – der Vollinvalidität – können für den oben genannten Beitrag Zahlungen bis zu 200.000 Euro erwartet werden. Dabei ist zu beachten, dass bislang nicht jeder Versicherer sein Angebot angepasst hat und alte Verträge in der Regel keine Leistungen bei Infektionen durch Zeckenbisse beinhalten. Oft ist es notwendig, seinen Vertrag auf die neuesten Bedingungen umzustellen.

Vorbeugung und Tipps

"Gegen Borreliose gibt es keinen Impfschutz. Die Diagnose kann schwierig sein. Typisches Anzeichen ist eine ringförmige Errötung der Haut um die Einstichstelle, die sogenannte Wanderröte. Sie kann aber auch an anderer Stelle auftreten oder sogar völlig fehlen", erläutert Dr. Matthias Kühn, Arzt und Gesundheitsexperte der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG. Im Gegensatz dazu gibt es gegen die gefährliche frühsommerliche Hirnhautentzündung (FSME) – die auch durch Zeckenbisse übertragen wird – einen Impfschutz. Dieser wird in der Regel von Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen übernommen.

Normalerweise kann die Übertragung der Borreliose auslösenden Bakterien vermieden werden, indem die Zecke schnell entfernt wird. Sogenannte Zeckenentfernungskarten sind hierfür die richtigen Instrumente. Die Zeckenkarte gibt es beispielsweise für rund zwei Euro in der Apotheke oder Drogerie. Anschließend sollte die Stelle mit einem Desinfektionsmittel betupft werden.

Langärmelige Kleidung sowie Strümpfe und geschlossene Schuhe bieten einen gewissen "Biss-Schutz". "Nicht bedeckte Haut sollte am besten mit Zecken abwehrenden Mitteln aus der Apotheke eingerieben werden", rät Kühn. "Diese wirken aber nur wenige Stunden". Außerdem gilt: Hohes Gras meiden, auf breiten Waldwegen bleiben – und nach jedem Wald- und Wiesenspaziergang Körper und Kleidung auf Zecken untersuchen.


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