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| Bild: Mit Unterstützung der Europäischen Union: Das Programm gehört zu den Strategien der Europäischen Union im Rahmen der Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Information, die diese Publikation beinhaltet, spiegelt nicht zwangsläufig die Position oder Meinung der Europäischen Union wider. |
Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin hatte den Zuschlag für das Projekt Women on Board of Local Development (kurz On Board) der Europäischen Kommission erhalten. Hintergrund war die offene Aufforderung der Kommission zur Einreichung von Vorschlägen zur diesjährigen Ausschreibung mit dem Schwerpunktthema Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere im Bereich der lokalen Entwicklung. Organisiert wurde die Bewerbung für das Projekt über die Vertretung der IHK-Nord Arbeitsgemeinschaft in Brüssel.
Vorgängerprojekt erfolgreich
Das Projekt On Board baute auf das vorherige erfolgreich umgesetzte
Projekt Women in Business and Decision-Making auf, das von der Handelskammer
Hamburg im Jahr 2004 betreut wurde. Daraus ging u. a. die Initiative EtrifftU
(Existenzgründerin trifft Unternehmerin) hervor, in deren Rahmen
in 4-monatigen Abständen Foren mit steigenden Teilnehmerzahlen, zuletzt
150 Teilnehmer, angeboten wurden.
Wirtschaftliches Potenzial nutzen
Anstoß für das Projekt On Board war die Tatsache, dass
Frauen, obwohl sie die Hälfte der europäischen Bevölkerung stellen,
nach wie vor in Wirtschaft, Politik und Verwaltung deutlich unterrepräsentiert
sind. Dabei stellen die Frauen ein wichtiges wirtschaftliches Potenzial dar,
ohne das Europa seine Ziele nicht erreichen und die Theorie der Gleichberechtigung
nicht in die Realität umgesetzt werden kann. Das EU-Projekt wurde von Eurochambres,
der europäischen Dachorganisation der nationalen Kammervereinigungen, geleitet.
Das Partnerkonsortiums bestand aus den nationalen Kammerorganisationen Österreichs,
Finnlands, Sloweniens, Italiens, Irlands, Rumäniens, Lettlands, Bulgariens
sowie Griechenlands und Zyperns, den regionalen Kammervereinigungen Retecamere
und Unioncamere Toscana sowie lokalen Industrie- und Handelskammern. Neben der
IHK zu Schwerin zählten hierzu die IHKs Mailand (I), Aland (FIN) und Zliné
(CZ).
Das Projekt bestand inhaltlich aus 3 Arbeitsgruppen.
Die IHK zu Schwerin arbeitete aktiv in der Arbeitsgruppe 1 mit. Moderiert wurde die Arbeitsgruppe durch die Wirtschaftskammer in Österreich.
Zielgruppe Gremien
Erste Zielgruppe der Arbeitsgemeinschaft waren somit weibliche Führungskräfte
die noch nicht in Gremien der Kammern arbeiten. Zweite Zielgruppe stellten die
Führungskräfte dar, die im Verbund der Industrie- und Handelskammern
in Deutschland tätig sind. Diese Unternehmerinnen sollten als Motivator
und Multiplikator genutzt werden. Ein Gutachten, erstellt vom Austria Institut
for SME research, analysiert u. a. die Gründe der Unterrepräsentanz
von Frauen in Führungspositionen sowie in Kammergremien, stellte länderspezifische
Unterschiede heraus und gab Leitlinien zur Verbesserung der Situation Speziell
sollten die Hindernisse für Frauen auf dem Weg in Führungsetagen definiert
werden, aber auch die Motivation der in der Geschäftsleitung tätigen
weiblichen Führungskräfte sollte betrachtet werden. Ziel des Gutachtens
war es, die Wahrnehmung in der Gesellschaft sowie unter den weiblichen Unternehmerinnen
und Führungskräften zu analysieren, um konkrete Handlungsfelder zu
entwickeln. Die Laufzeit des Projektes, das im Dezember 2006 begonnen hat, betrug
15 Monate.
Am 18. und 19. Oktober 2007 fand in Wien eine Konferenz zum EU-Projekt statt. Organisiert wurde das Seminar von Frau in der Wirtschaft, einer Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, die auch die Arbeitsgruppe leitete. In Vorbereitung der Konferenz wurde in den Partnerländern eine Befragung von Unternehmerinnen durchgeführt. Als Hauptmotive für eine Gremientätigkeit wurde der Wunsch nach aktiver Teilnahme bei unternehmerischen Belangen sowie politisches Interesse genannt. Auch der Aspekt des Netzwerkes unter den engagierten Unternehmerinnen spielt eine herausragende Rolle. Geschäftskontakte sowie die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Wirtschaftspolitik wurden von den Unternehmerinnen als Vorteile gesehen. Dem gegenüber standen aber auch die Nachteile des Zeitproblems und der Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die als typische Barrieren für Frauen gesehen wurden. Dies sehen die Unternehmerinnen auch als Hauptgrund für die deutliche Repräsentanz der männlichen Kollegen, die hier auf weniger Probleme treffen. Trotzdem streben die Unternehmerinnen eine Weiterführung ihres ehrenamtlichen Engagements neben ihrer beruflichen Tätigkeit an und empfehlen anderen Unternehmerinnen ebenfalls diesen Schritt. Ein höheren Anteil an Unternehmerinnen in Gremien der Industrie- und Handelskammern wurde von nahezu allen Befragten als zwingend notwendig erachtet.
Schweriner Unternehmerin im Gespräch mit Unternehmerinnen
Die Konferenz bot den Projektpartnern zudem die Möglichkeit für einen
Austausch der Aktivitäten, Erfahrungen und gesteckten Ziele im Rahmen des
EU-Projektes. In den anschließenden Workshops wurden Maßnahmen und
Handlungsweisen entwickelt, um Unternehmerinnen für ein Engagement in Kammergremien
zu gewinnen. Direkten Praxisbezug bekam die Konferenz dabei durch Unternehmerinnen,
die von den Projektteilnehmern eingeladen wurden. Die Schweriner Industrie-
und Handelskammer wurde hier von Ria-Kornelia Mundt, Geschäftsführerin
der Babyland Mecklenburg der große Fachmarkt GmbH unterstützt,
Erfahrungen und Sichtweisen zum Thema weiterzugeben. In einer Podiumsdiskussion,
moderiert von Elisabeth Zehetner, Bundesgeschäftsführerin Frau
in der Wirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich, stand die Schweriner
Unternehmerin zusammen mit Sonja Zwazl, Unternehmerin aus Österreich, den
Konferenzteilnehmern Rede und Antwort. Großes Interesse gab es hier vor
allem an den persönlichen und beruflichen Werdegängen sowie an den
Erfahrungen bei der Vereinbarkeit von Ehrenamt und Unternehmen. Die IHK zu Schwerin
bedankt sich sehr herzlich bei Ria-Kornelia Mundt für ihr Interesse und
ihre engagierte Unterstützung.
Ansprechpartner: Dipl.Ing. Angela Preuß
Tel.: (03 85) 51 03-120 | e-mail: preuss(at)schwerin.ihk.de