Donnerstag, der 09. September 2010 um 21:24 Uhr
« zurück | Artikel vom: 11.06.2009

IHK zu Schwerin betreute EU-Projekt "Women on Board"

Spedition Güterverkehr © Fotolia
Bild: Mit Unterstützung der Europäischen Union: Das Programm gehört zu den Strategien der Europäischen Union im Rahmen der Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Information, die diese Publikation beinhaltet, spiegelt nicht zwangsläufig die Position oder Meinung der Europäischen Union wider.

Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin hatte den Zuschlag für das Projekt „Women on Board of Local Development“ (kurz „On Board“) der Europäischen Kommission erhalten. Hintergrund war die offene Aufforderung der Kommission zur Einreichung von Vorschlägen zur diesjährigen Ausschreibung mit dem Schwerpunktthema „Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere im Bereich der lokalen Entwicklung“. Organisiert wurde die Bewerbung für das Projekt über die Vertretung der IHK-Nord Arbeitsgemeinschaft in Brüssel.

Vorgängerprojekt erfolgreich
Das Projekt „On Board“ baute auf das vorherige erfolgreich umgesetzte Projekt „Women in Business and Decision-Making“ auf, das von der Handelskammer Hamburg im Jahr 2004 betreut wurde. Daraus ging u. a. die Initiative „EtrifftU“ („Existenzgründerin trifft Unternehmerin“) hervor, in deren Rahmen in 4-monatigen Abständen Foren mit steigenden Teilnehmerzahlen, zuletzt 150 Teilnehmer, angeboten wurden.

Wirtschaftliches Potenzial nutzen
Anstoß für das Projekt „On Board“ war die Tatsache, dass Frauen, obwohl sie die Hälfte der europäischen Bevölkerung stellen, nach wie vor in Wirtschaft, Politik und Verwaltung deutlich unterrepräsentiert sind. Dabei stellen die Frauen ein wichtiges wirtschaftliches Potenzial dar, ohne das Europa seine Ziele nicht erreichen und die Theorie der Gleichberechtigung nicht in die Realität umgesetzt werden kann. Das EU-Projekt wurde von Eurochambres, der europäischen Dachorganisation der nationalen Kammervereinigungen, geleitet. Das Partnerkonsortiums bestand aus den nationalen Kammerorganisationen Österreichs, Finnlands, Sloweniens, Italiens, Irlands, Rumäniens, Lettlands, Bulgariens sowie Griechenlands und Zyperns, den regionalen Kammervereinigungen Retecamere und Unioncamere Toscana sowie lokalen Industrie- und Handelskammern. Neben der IHK zu Schwerin zählten hierzu die IHKs Mailand (I), Aland (FIN) und Zliné (CZ).

Das Projekt bestand inhaltlich aus 3 Arbeitsgruppen.

    Arbeitsgruppe 1: „Women on Chamber boards“ (Frauen in Gremien der Industrie- und Handelskammern)
    Arbeitsgruppe 2: “Linking local actors – Reconciliation of work and family“(Verbindung lokaler Akteure – Vereinbarkeit von Beruf und Familie),
    Arbeitsgruppe 3: „Access to finance for female start up entrepreneurs“ (Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründerinnen).

Die IHK zu Schwerin arbeitete aktiv in der Arbeitsgruppe 1 mit. Moderiert wurde die Arbeitsgruppe durch die Wirtschaftskammer in Österreich.

Zielgruppe Gremien
Erste Zielgruppe der Arbeitsgemeinschaft waren somit weibliche Führungskräfte die noch nicht in Gremien der Kammern arbeiten. Zweite Zielgruppe stellten die Führungskräfte dar, die im Verbund der Industrie- und Handelskammern in Deutschland tätig sind. Diese Unternehmerinnen sollten als Motivator und Multiplikator genutzt werden. Ein Gutachten, erstellt vom Austria Institut for SME research, analysiert u. a. die Gründe der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen sowie in Kammergremien, stellte länderspezifische Unterschiede heraus und gab Leitlinien zur Verbesserung der Situation Speziell sollten die Hindernisse für Frauen auf dem Weg in Führungsetagen definiert werden, aber auch die Motivation der in der Geschäftsleitung tätigen weiblichen Führungskräfte sollte betrachtet werden. Ziel des Gutachtens war es, die Wahrnehmung in der Gesellschaft sowie unter den weiblichen Unternehmerinnen und Führungskräften zu analysieren, um konkrete Handlungsfelder zu entwickeln. Die Laufzeit des Projektes, das im Dezember 2006 begonnen hat, betrug 15 Monate.

Konferenz in Wien mit Zwischenergebnissen

Am 18. und 19. Oktober 2007 fand in Wien eine Konferenz zum EU-Projekt statt. Organisiert wurde das Seminar von „Frau in der Wirtschaft“, einer Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, die auch die Arbeitsgruppe leitete. In Vorbereitung der Konferenz wurde in den Partnerländern eine Befragung von Unternehmerinnen durchgeführt. Als Hauptmotive für eine Gremientätigkeit wurde der Wunsch nach aktiver Teilnahme bei unternehmerischen Belangen sowie politisches Interesse genannt. Auch der Aspekt des Netzwerkes unter den engagierten Unternehmerinnen spielt eine herausragende Rolle. Geschäftskontakte sowie die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Wirtschaftspolitik wurden von den Unternehmerinnen als Vorteile gesehen. Dem gegenüber standen aber auch die Nachteile des Zeitproblems und der Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die als typische Barrieren für Frauen gesehen wurden. Dies sehen die Unternehmerinnen auch als Hauptgrund für die deutliche Repräsentanz der männlichen Kollegen, die hier auf weniger Probleme treffen. Trotzdem streben die Unternehmerinnen eine Weiterführung ihres ehrenamtlichen Engagements neben ihrer beruflichen Tätigkeit an und empfehlen anderen Unternehmerinnen ebenfalls diesen Schritt. Ein höheren Anteil an Unternehmerinnen in Gremien der Industrie- und Handelskammern wurde von nahezu allen Befragten als zwingend notwendig erachtet.

Schweriner Unternehmerin im Gespräch mit Unternehmerinnen
Die Konferenz bot den Projektpartnern zudem die Möglichkeit für einen Austausch der Aktivitäten, Erfahrungen und gesteckten Ziele im Rahmen des EU-Projektes. In den anschließenden Workshops wurden Maßnahmen und Handlungsweisen entwickelt, um Unternehmerinnen für ein Engagement in Kammergremien zu gewinnen. Direkten Praxisbezug bekam die Konferenz dabei durch Unternehmerinnen, die von den Projektteilnehmern eingeladen wurden. Die Schweriner Industrie- und Handelskammer wurde hier von Ria-Kornelia Mundt, Geschäftsführerin der Babyland Mecklenburg – der große Fachmarkt GmbH unterstützt, Erfahrungen und Sichtweisen zum Thema weiterzugeben. In einer Podiumsdiskussion, moderiert von Elisabeth Zehetner, Bundesgeschäftsführerin „Frau in der Wirtschaft“ der Wirtschaftskammer Österreich, stand die Schweriner Unternehmerin zusammen mit Sonja Zwazl, Unternehmerin aus Österreich, den Konferenzteilnehmern Rede und Antwort. Großes Interesse gab es hier vor allem an den persönlichen und beruflichen Werdegängen sowie an den Erfahrungen bei der Vereinbarkeit von Ehrenamt und Unternehmen. Die IHK zu Schwerin bedankt sich sehr herzlich bei Ria-Kornelia Mundt für ihr Interesse und ihre engagierte Unterstützung.

Ansprechpartner: Dipl.Ing. Angela Preuß
Tel.: (03 85) 51 03-120 | e-mail: preuss(at)schwerin.ihk.de



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