Dienstag, der 07. September 2010 um 18:19 Uhr
« zurück | Artikel vom: 05.07.2010

Lebenserwartung steigt schneller als erwartet

Eine neue Studie der Universität zu Köln zeigt den wachsenden Handlungsbedarf in der Altersvorsorge.

(verpd) Die Universität zu Köln hat im Rahmen einer Studie die Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland untersucht. Diese beträgt den Modellrechnungen zufolge 92,7 Jahre für Mädchen und 87,6 Jahre für Jungen, die in diesem Jahr geboren werden. Auch die heutige Best-Ager Generation könnte schon ein hohes Alter erreichen.

Der Demograf und Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Eckart Bomsdorf prognostiziert, dass sich die Anzahl der Hundertjährigen in den nächsten 50 Jahren gegenüber heute verzwanzigfacht – und das trotz sinkender Bevölkerungszahl.

Annahmen des statistischen Bundesamtes deutlich niedriger

Eindrucksvoller sind die Zahlen bei den Neugeburten. Demnach werden 25 Prozent der in 2010 geborenen Mädchen 100 Jahre alt. Jeder vierte Junge kann darauf hoffen, ein Alter von 97 Jahren zu erreichen.

Lebenserwartung

Vollendetes Alter in Jahren

Geburtsjahrgang

Fernere Lebenserwartung

weibliche

männliche

Bevölkerung

0

2010

92,7

87,6

10

2000

82,0

76,7

20

1990

71,0

65,6

30

1980

59,9

54,4

40

1970

48,8

43,4

50

1960

37,9

32,8

60

1950

27,6

23,2

65

1945

22,7

18,8

70

1940

18,0

14,8

80

1930

9,8

8,2

Quelle: Universität zu Köln

Die aktuellste Sterbetafel 2006/2008 des Statistischen Bundesamtes (Destatis) prognostiziert die durchschnittliche Lebenserwartung von neugeborenen Mädchen auf 82,4 Jahre und von neugeborenen Jungen auf 77,2 Jahre. Annahmen, die also deutlich unter denen von Bomsdorf liegen.

Belastung für die Sozialsysteme

Die Entwicklung bedeutet steigende Kosten für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung. „Diese Zahlen verdeutlichen, dass die höhere Lebenserwartung zu einer großen Belastung der Sozialsysteme führen wird, deren Höhe heute vielfach immer noch unterschätzt wird. Beitragserhöhungen sind längerfristig unvermeidbar“, erklärte Bomsdorf.

In der gesetzlichen Pflegeversicherung sei die Entwicklung besonders dramatisch. So würde bedingt durch den Bevölkerungsrückgang der Anteil der Pflegebedürftigen von heute 2,6 Prozent auf über sechs Prozent zunehmen.

Private Vorsorge wird immer wichtiger

Vor dem Hintergrund eines ständig weiter sinkenden Rentenniveaus und angesichts immer weniger Einzahlern und immer mehr Rentenbeziehern wird deutlich, dass künftig verstärkt privat für das Alter vorgesorgt werden muss.

Denn sonst drohen vielen Ruheständlern empfindliche Einkommenseinbußen oder gar Altersarmut. Und das bei steigender Lebenserwartung auch für einen längeren Zeitraum.

Ein Gespräch mit einem Versicherungsfachmann kann helfen, die individuell passende Vorsorgestrategie zu entwickeln und die richtigen Vorsorgeprodukte zu finden, die zu den eigenen Lebensumständen passen.



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