Das Gebiet um den Herthasee, im folgenden Herthaseegebiet genannt, verdankt seinen Namen einem ehemaligen, künstlich geschaffenen See. Dieser Herthasee wurde auf einem ursprünglich natürlich entstandenen Hangmoor angelegt, welches im Norddeutschen Raum sehr selten anzutreffen ist. Sondierungsbohrungen ergaben, daß die ältesten Torfschichten bereits vor rund 9.000 Jahren entstanden sind.
Im Zuge der Öffnung der Grenzen und der Deutschen Wiedervereinigung erlangte das Herthaseegebiet neue Bedeutung: nachdem es knapp 30 Jahre, direkt im Grenzstreifen an der Mauer zum ehemaligen Westberlin gelegen, keinerlei Nutzung erfuhr, stellte für die zuständigen Behörden die Frage, was mit dem Herthasee geschehen sollte. Es bestand die Möglichkeit, den See wieder anzulegen. Die Alternative hierzu, die endlich auch durchgeführt wurde, sah vor, das Moorgebiet zu renaturieren und als schützenswertes Biotop in die umgebende Landschaft zu integrieren.
Für die Variante der Moorrenaturierung hatte sich damals Dr. Gunkel, mit einer Stellungnahme ausgesprochen. Die zuständige Behörde entschied sich nicht zuletzt daraufhin, die Renaturierung des Moores einzuleiten. Dazu wurden dann Bauarbeiten durchgeführt. Nach Beenden der Bauarbeiten erhielten die TU Berlin von Dr. Gunkel die Möglichkeit, im Rahmen einer Projektarbeit für ein Studium des technischen Umweltschutzes an der TU Berlin, eine Bilanzierung der Nährstoffe und des Wasserhaushaltes des Herthassegebietes aufzustellen.
Diese Arbeit hatte das Ziel, die ausgeführten hinsichtlich ihres Erfolges zur Erhaltung des Hangmoores die Aufstellung der Wasserbilanz für das Gebiet zu überprüfen. Desweiteren sollte mit einer Nährstoffbilanz für die Makronährstoffe Stickstoff und Phosphor untersucht werden, ob im Verlauf der Fließstrecke des eingeleiteten Kindelfließes Nährstoffe durch den Moorkörper zurückgehalten werden und damit diese Moor zur Entlastung des Kindelfließes hinsichtlich seiner Nährstoffkonsentrationen beiträgt. Mit einer Bestandsaufnahme der entstandenen Vegetation auf dem Torfkörper sollte schließlich festgestellt werden ob die Bedingungen für mooreigene Vegetation am Herthasee gegeben sind und ob sich die für Moore charakteristischen Pflanzen angesiedelt hatten.
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| Bild: Karte von 1993 - Einzugsgebiet des Herthasees © Wolfgang Schubert | Frank Stapelfeld |
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| [www.Herthamoor.de] Infos zum geplanten Bau einer Landesstraße L171 durchs Moor. |