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« zurück | Artikel vom: 20.11.2009

Oberhavel: Datenklau ohne Schäden

Nach dem Datendiebstahl bei einem Zahlungsabwickler in Spanien werden in der ganzen Republik Kreditkarten ausgetauscht. Von der größten Rückrufaktion von Kreditkarten in Deutschland sind auch Oberhaveler betroffen.

Die beliebte EC-Karte muss nicht ausgetauscht werden, es geht um Visa- und Masterkarten. Die Betrüger könnten mit den geraubten Daten einkaufen gehen. In Oberhavel haben die meisten Menschen ihr Konto bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) Potsdam. Von dort ist Beruhigendes zu hören. Die Sache sei längst gelaufen, heißt es aus Potsdam. "Alle betroffenen Karten sind vergangene Woche ausgetauscht worden. Dieser Tage werden die neuen Pins verschickt", sagt MBS-Sprecher Robert Heiduck. Der Geheim-Zahlencode (Pin) wird aus Sicherheitsgründen getrennt von der Karte verschickt.

Nur eine "verschwindend geringe Anzahl von Karten" sei ausgetauscht worden, sagt Heiduck. "Schäden sind nicht entstanden." Die betroffenen Kunden seien angeschrieben worden, so Heiduck. Wer also nicht benachrichtigt wurde, "ist auch nicht betroffen", sagt Heiduck. Ähnliches ist aus den anderen Bankhäusern zu hören, die in Oberhavel Filialen haben.

So teilt ein Sprecher der Bayerischen Hypo-Vereinsbank mit, dass nachdem der Datendiebstahl bekannt wurde, bereits Ende September, Anfang Oktober die ersten 200 bis 300 Kreditkarten "rein präventiv" ausgetauscht wurden. "Jetzt sind noch einmal 3000 Karten präventiv eingezogen worden", sagt ein Sprecher der Vereinsbank unserer Zeitung. Schäden seien nicht entstanden.

Bei der Commerzbank sei nur "eine geringe Zahl" an Kreditkarten ausgetauscht worden, "um den Kunden vor Schaden zu bewahren", teilt ein Sprecher der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt/Main mit. Die betroffenen Kunden seien von der Bank benachrichtigt worden.

Auch von der Deutschen Bank heißt es im Fall der Fälle: "Wir kommen auf den Kunden zu, er muss nicht selbst aktiv werden", sagt Sprecher Christian Hotz. Wie viele Kreditkarten ausgetauscht wurden, verrät Hotz nicht. Von Schäden, die durch den Datenbetrug entstanden seien, habe er von seinen Kunden noch nichts gehört.

Alle Bankhäuser betonten, dass den Kunden keine Kosten beim Tausch der Karten entstünden. In der Regel übernehmen die Geldinstitute entstandene Schäden, wenn den Kunden - wie beim Datenklau durch Dritte - kein Verschulden nachzuweisen ist. Mit der groß angelegten Umtauschaktion wollen die Banken den entstandenen Vertrauensverlust wieder wettmachen.
(Quelle: bu - Oranienburger Generalanzeiger vom 20.11.2009)



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