A10 Rastanlage und Tankanlage Bergfelde
Was ist zur Tank- und Rastanlage Briesetal geplant?
Ein Zwischenbericht vom Juli 2009
Den
wenigen und unkoordinierten Informationen zum Bau einer Tank- und Rastanlage
auf der A10 in Höhe Bergfelde ist die A10-Bürgerinitiative
Birkenwerder / Hohen Neuendorf nachgegangen, um die tatsächlichen Absichten
zu klären und frühzeitig Einfluss zu nehmen.
Seit den 90er Jahren gibt es Konzepte für die Rastanlagen und seit 27.11.2008
ein vom Bundesverkehrsministerium bestätigtes Standortkonzept, von denen
auch die Rastanlagen Briesetal (an anderer Stelle bisher auch Birkenwerder
oder Bergfelde genannt) betroffen sind. Die Zuständigkeit für
Planung und Information liegt lt. Auskunft des Bundesverkehrsministerium mit
Sitz in Bonn (PG Autobahnparkplätze für Lkw) beim Landesbetrieb
Straßenwesen in Brandenburg (Sitz Hoppegarten). Die getrennte Abarbeitung
des 6-spurigen A 10-Ausbaus einerseits und des Baus der Tank- und Rastanlagen
in verschiedenen Verwaltungsverfahren wird mit Mittel- und Ressourcenproblemen
begründet, die ein gemeinsames Planfeststellungsverfahren nicht
(mehr) ermöglichte.
Aus einem Gespräch am 06.07.09 mit dem zuständigen Fachbereichsleiter
Straßenentwurf, des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg, Thomas
Kuss, ergibt sich:
Rastanlagen an Bundesautobahnen werden alle 15 bis 20 km als unbewirtschaftete
Rastanlagen mit WC und alle 50 bis 60 km als bewirtschaftete Tank- und Rastanlagen
errichtet. Abweichungen gibt es, wenn die örtlichen Bedingungen das erfordern.
Für das Projekt Tank- und Rastanlagen Briesetal wird es ein
gesondertes Planfeststellungsverfahren geben, das frühestens 2011 durchgeführt
wird, so dass der Bau der Anlagen frühestens 2012, erfolgen wird. Von anderen,
sogenannten vereinfachten Möglichkeiten, die Anlage zu errichten
(in Form eines Plangenehmigungsverfahrens, wenn keine Probleme beim
Grunderwerb zu erwarten sind oder eines Bebauungsplan, dem übliches
Baurechtsverfahren bei gemeindlichen Planungen), wird kein Gebrauch gemacht.
Derzeit wird in Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens vom Landesbetrieb
Straßenwesen Brandenburg ein bis Juli 2010 fertig zu stellenden und vom
Bund zu bestätigender Richtlinienentwurf (RE-Vorentwurf) erarbeitet.
Der Bau je einer Tank- und Rastanlage Briesetal Nord und Briesetal
Süd an der A 10 im Abschnitt Hohen Neuendorf, Ortsteil Bergfelde,
ist derzeit der Vorzugsstandort des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg.
Die Anlage Süd wird in Höhe des km 177 (das ist etwa die Mitte der
insgesamt ca. 1.000 m langen Anlage, davon 250 m Zufahrt, 250m Abfahrt, 500
Tank- und Rastanlage), beginnend am Ende des derzeit für den 6-streifigen
Ausbau der A 10 geplanten 8 m hohen Schutzwalls vorgesehen. Vorgesehene Kapazitäten
der Anlage sind:
=> Anlage Süd: 90 Pkw, 52 Lkw, 8 Bus-Stellplätze
=> Anlage Nord: 100 Pkw, 57 Lkw, 10 Bus-Stellplätze
Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der Tank- und Rastanlagen werden die
derzeitigen 2 Parkplätze je Richtung, also insgesamt 4 kleine
Parkplätze, mit geringer Kapazität kurz vor bzw. nach der Anschlussstelle
Mühlenbeck und in Höhe Bergfelde, Heideplan, zurück gebaut! Beim
Planfeststellungsverfahren für den Neubau der Tank- und Rastanlagen Briesetal
wird geregelt, wie der Lärmschutzwall geschlossen oder anderweitig angebunden
wird. Beim 6-streifigen Ausbau der A 10 bleibt die Anbindung der z.Z. vorhandenen
Parkplätze an der A 10 bestehen, ein Ausbau ist nicht vorgesehen.
Der Bau der Tank- und Rastanlage so nah an der Wohnsiedlung in Bergfelde führt
bei den betroffenen Einwohnern zu erheblichen Unmut, weitere Proteste sind zu
erwarten. Es wird deshalb begrüßt, dass sich Herr Kuss als Gesprächspartner
des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg bereit erklärte, weiter
an einer Standortoptimierung mitzuwirken und dazu notwendige Schritte in seiner
Behörde zu prüfen bzw. zu veranlassen. Er wies darauf hin, dass dabei
verschiedene Planungsgrundsätze zu beachten sind, z.B. Mindestabstände
von 2000 m vor und nach Anschlussstellen um eine verkehrssichere Ausschilderung
zu gewährleisten. Andere Anforderungen ergeben sich durch die Einhaltung
der genannten Abstände der Tank- und Rastanlagen von 50 bis 60 km auf allen
sogenannten Relationen. Bei der Relation Stettin Hannover, die über
den nördlichen und westlichen Berliner Autobahnaußenring verläuft,
ist ein Abstand von mehr etwa 100 km gegeben. Hinzu kommt, dass die Tank- und
Rastanlage Wolfslake in Richtung Priort verschoben wird, so dass sich der Abstand
noch vergrößert. Auch aus dieser Situation ergibt sich die Anforderung
für einen zusätzlichen Standort einer Tank- und Rastanlage, die das
Landesbetrieb wie dargestellt, vorbereitet bzw. plant. Endgültige Entscheidungen
werden dazu aber auch erst mit dem Planfeststellungsverfahren getroffen.
Die Lärmbelastung von Tank- und Rastanlagen wird nach Auffassung Landesbetriebes
überschätzt. Grundsätzlich erfolgt eine komplette Einzäunung
der Anlage. Nach diesen Auffassungen, die sich von den Einschätzungen betroffener
Einwohner unterscheiden, sind bei der Entfernung zur Siedlung Bergfelde wenig
Probleme zu erwarten.
Bezüglich der Erschließung der zu errichtenden und zu betreibenden
Anlagen sind Wasserver- und -entsorgung sowie Stromanschlussmöglichkeiten
usw. von Bedeutung. Eine rückwärtige Anbindung an Straßen
des Wohngebietes ist aus Sicht des Gesprächspartners beim Landesbetrieb
nicht erforderlich, weil sehr nah die beiden Anschlussstellen Birkenwerder und
Mühlenbeck der A 10 vorhanden sind. Ob es aber doch zu einer Anbindung
kommt, muss aus betrieblichen Gründen (Straßenunterhaltung) geprüft
und ggf. dem Konzessionsnehmer überlassen werden. Wünsche des Konzessionsnehmers
werden in der Regel genehmigt. Der Konzessionsnehmer trägt alle Kosten
einer solchen Anbindung.
Herr Kuss erklärte sich auch für weitere Gespräche und Aktivitäten
als zuständiger Ansprechpartner. In diesem Zusammenhang wird die Bürgerinitiative
auf ihn zugehen und die Optimierungsmöglichkeiten bezüglich des endgültigen
Standortes der Anlage einfordern, mitwirken und berichten, wenn es Fortschritte
gibt. (Quelle: Thomas Kesten)