Seit Jahren ist man in Hohen Neuendorf stolz darauf, ausgeglichene Haushalte beschlossen zu haben und keine Kredite zu benötigen. Verschwiegen wurde dabei, dass dies auf Kosten der Substanz ging. Denn die ausgeglichenen Haushalte der Vergangenheit waren nur möglich, weil dringend notwendige Investitionen z.B. in Schulen und Kitas nicht getätigt wurden. Dieses Erbe der Ära Mittelstädt holt uns nun ein.
Im Verwaltungshaushalt muss rund eine Millionen EUR eingespart werden. Wenn alle Rücklagen, über die die Stadt derzeit noch verfügt, in den Vermögenshaushalt 2010 fließen, stehen für Investitionen im kommenden Jahr rund acht Millionen EUR zur Verfügung. Der Entwurf der Verwaltung weist derzeit gut den doppelten Betrag aus. Einige Investitionen, wie der Grundschulneubau in der Niederheide, die neue Bahnbrücke über die Karl-Marx-Straße oder der Eigenanteil der Stadt an den Maßnahmen des Konjunkturprogrammes sind notwendig und auch ohnehin nicht mehr aufzuhalten und machen alleine schon die zur Verfügung stehenden acht Millionen EUR aus. Alles Andere wäre damit nicht mehr finanzierbar. Hohen Neuendorf wird daher nicht darum herum kommen, einen Großteil der einmaligen Ausgaben für die Sonderprojekte Grundschule und Bahn-Brücke über einen Kredit zu finanzieren. Die Verwaltung wäre gut beraten, sich frühzeitig über die Voraussetzungen für zinsgünstige Darlehen z.B. bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu informieren. (Autor: Christian Goetjes)
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