Freitag, der 30. Juli 2010 um 12:05 Uhr
« zurück | Artikel vom: 03.10.2009

Finanzvorsorge von Frauen meist unterschätzt

Finanzvorsorge von Frauen meist unterschätzt

Frau im Vordergrund © FotoliaSelten wird der Unterschied zwischen Frauen und Männern so deutlich wie am Ende des Berufslebens. So haben beispielsweise Rentnerinnen in Deutschland um bis zu 40 Prozent niedrigere Bezüge. Und das bei einer durchschnittlich sechs Jahre höheren Lebenserwartung. Ursachen sind ein im Durchschnitt rund 20 Prozent geringerer Verdienst und lange Unterbrechungszeiten.

"Altersvorsorge ist für jede Frau in jeder Lebenslage wichtig. Doch während vor allem jüngere Frauen zunehmend erkennen, dass es notwendig ist, rechtzeitig privat für den Lebensabend vorzusorgen, wiegen sich verheiratete Frauen im mittleren Alter oft in falscher Sicherheit. Sie verlassen sich einseitig auf die Rentenansprüche ihres Mannes. Das kann ins Auge gehen und beispielsweise im Falle einer Scheidung direkt in die Altersarmut führen", sagt Bianka Seiferth, Inhaberin einer auf Frauen spezialisierten Versicherungsagentur der Hamburg-Mannheimer in Fulda, gegenüber pressetext.

Immer noch schultern primär Frauen die Erziehung der Kinder oder Pflege von Angehörigen. Gerade in der für die Altersvorsorge wichtigen Phase der Lebensmitte (30-59 Jahre) sind zwei Drittel der Frauen entweder in Teilzeit oder gar nicht beschäftigt. Aber nicht nur die Absicherung des Alters ist ein wichtiger Faktor, auch in anderen Versicherungsbereichen besteht akut Nachholbedarf. "Das Problem ist, dass viele Frauen ihren Versicherungsbedarf falsch einschätzen", meint Seiferth.

Für junge Frauen, die am Anfang ihres Erwerbslebens stehen, ist es besonders wichtig, die eigene Arbeitskraft abzusichern. "Private Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsschutz müssen sein", rät Seiferth. Und auch obwohl der Lebensabend noch weit weg ist, sollte mit einer Altersvorsorge regelmäßig vom ersten selbst verdienten Geld ein kleiner Teil dafür zurückgelegt werden. Heute hat eine 60-jährige Frau statistisch gesehen noch rund 25 Lebensjahre vor sich. Im Jahr 2050 sind es bereits 28 Jahre.

Alleinerziehenden rät Seiferth unbedingt zur Risikolebensversicherung, "da ihnen oft die Mittel für eine Kapitallebensversicherung fehlen, aber die Kinder im Ernstfall unbedingt versorgt sein müssen". Oft wird vergessen, dass auch Mütter in Elternzeit oder Hausfrauen über eine Unfallversicherung verfügen sollten. Frauen über Fünfzig ("Best Agers") sollten den bisherigen Verlauf ihrer Altersvorsorge genau kontrollieren. "Das heißt, es ist zu prüfen, mit welchen Leistungen sie am Lebensabend wirklich rechnen können. Die Beträge für die private Altersvorsorge müssen dann gegebenenfalls aufgestockt werden", so Seiferth. Der vom Forschungszentrum für Generationenverträge an der Universität Freiburg gerade veröffentlichte erste Vorsorgeatlas für Deutschland zeigt: 44 Prozent der erwerbstätigen Deutschen droht im Alter ein empfindlicher Wohlstandsverlust selbst bei einer Kombination aus gesetzlicher und privater Vorsorge. "Ab Mitte Fünfzig werden die ersten Lebensversicherungen ausgezahlt. Dieses Geld sollte weiter angelegt werden, zum Beispiel in Form einer Rentenversicherung", so Seiferth abschließend. (Autor: Michael Fiala)



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